Im Herzen von Melendugno, zwischen den weiß getünchten Gassen der Altstadt und dem Duft nach Meer, der von der Adriaküste herüberweht, erweckt die Sagra Te lu Purpu den Dorfplatz zum Leben—mit dampfenden Kesseln, großzügig eingeschenktem Wein und dem fröhlichen Stimmengewirr jener, die sich wie früher an langen Tischen treffen. Es ist kein Fest für Touristen, sondern ein Termin, der der Gemeinschaft gehört—wo die Nonni über dem Kochen wachen und Kinder mit ölverschmierten Händen zwischen den Tischen herumrennen.
Wenn der Platz zur Freiluftküche Wird
Bei Einbruch der Dunkelheit verwandelt sich der Hauptplatz von Melendugno in eine riesige Gemeinschaftsküche. Kupferkessel brodeln über offenen Flammen, Helfer der Pro Loco verteilen großzügige Portionen, und der Duft von Knoblauch, Tomaten und Purpu mischt sich mit den Stimmen der Familien, die ihren eigenen Wein mitgebracht haben.
Die Tische sind mit karierten Papiertischdecken gedeckt, ohne Schnickschnack, nur das Nötigste, um gut zu essen und beisammen zu sein. Oft brechen spontane Gesänge aus, jemand zieht ein Akkordeon hervor, und das Fest zieht sich bis spät in die Nacht mit jenem langsamen, geselligen Rhythmus, den nur Dorffeste bieten können.
Oktopus Nach Alter Fischerart
Der absolute Held des Abends ist der in der Pignata gekochte Oktopus, dem traditionellen Tontopf, den Fischerfamilien seit Generationen verwenden, um ihn zart und aromatisch zu machen. Man findet ihn in umido (geschmort mit Kirschtomaten und Paprika), gegrillt mit nativem Olivenöl extra aus Melendugno und Zitrone, oder als kalten Salat mit Sellerie, Kartoffeln und Oliven.
Jede Zubereitung erzählt ein Stück Geschichte: das Umido, das die Winterabende wärmte, das Gegrillte, das nach Sommer an den Stränden von Torre dell'Orso duftet, der Salat, den man als einfaches, aber reichhaltiges Mittagessen aufs Feld mitnahm.
- Geschmorter Oktopus mit Kirschtomaten und wildem Fenchel—süßlich, würzig, umhüllend
- Über Holzkohle gegrillte Tentakel, außen knusprig, innen zart, nur mit Öl und grobem Salz gewürzt
- Oktopussalat mit Salzkartoffeln, Sellerie und frischer Petersilie
- Lokaler Wein aus den Serre Salentine, rot oder rosé, aus der Damigiana gezapft
- Frisch frittierte Pittule, das salzige Schmalzgebäck, perfekt als Begleitung
Melendugno Zwischen Hinterland und Küste
Melendugno ist ein Dorf wenige Kilometer von der Adriaküste entfernt, das Tor zu außergewöhnlichen Orten wie Torre dell'Orso mit seinen Zwillingsfelsen, den versteckten Buchten von San Foca und den messapischen Ruinen von Roca Vecchia. Die Sagra ist die perfekte Gelegenheit, diesen Teil Apuliens zu entdecken, der Klippen, goldene Strände und Dörfer mit weißer barocker Architektur vereint.
Kommen Sie am späten Nachmittag an, schlendern Sie durch die Gassen des Zentrums—Kalkweiße Häuser, blühende Balkone, Frauen, die vor ihren Türen sitzen und Hülsenfrüchte schälen—und lassen Sie sich dann auf dem Platz nieder und vom Ambiente mitreißen. Hier braucht es keine Reservierung: Es genügt, hungrig anzukommen und bereit zu sein, den Tisch mit zufälligen Nachbarn zu teilen.
Wann Hingehen und Wie das Fest Erleben
Die Sagra Te lu Purpu findet in der Regel zwischen dem späten Frühling und dem Frühsommer statt, wenn Oktopus reichlich vorhanden ist und das Klima sich für Mahlzeiten im Freien eignet. Die Termine ändern sich jedes Jahr, daher empfiehlt es sich, die Social-Media-Kanäle der Veranstaltung zu verfolgen oder vor Ort nachzufragen.
Bringen Sie Appetit mit, die Lust, unter Leute zu gehen, und vielleicht ein Taschentuch, um sich die Hände abzuwischen: Das ist das echte Apulien, ohne laminierte Speisekarten, wo man mit den Fingern isst und aus Plastikbechern trinkt, aber der Geschmack ist der von früher.
